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Alte Weihnachtsbäume erfüllen guten neuen Zweck.
Wie in vielen Orten sammelt in Weissach und Flacht der CVJM ausgedienten Weihnachtsschmuck: zu Gunsten von Armen in Indien und Afrika
Quelle: Leonberger Kreiszeitung vom 15.1.2007 Rubrik Leonberg und Umgebung.
Weissach. Wie in vielen Städten und Gemeinden rollen auch in Weissach und Flacht am Wochenende Traktoren mit Anhängern durch die Straßen. Auf den Ladeflächen türmen sich unzählige Christbäume, weithin sichtbares Zeichen, dass die Weihnachtszeit nun vorüber ist.
Von Oliver Schmidtchen
Die Weihnachtsbaumsammelaktion ist feste Tradition in Weissach. Wie lange es sie schon gibt, weiß auch Jungscharleiter Ulrich Morlok nicht genau. "30 Jahre bestimmt", schätzt der 32-Jährige, der selbst als Kind von Tür zu Tür gezogen ist, um den Weihnachtsschmuck gegen einen kleinen Obolus einzusammeln.
Arbeitsteilung heißt das Zauberwort. So werden die Helfer aus der Bubenjungschar, rund 25 sind es am Samstag, in acht Gruppen eingeteilt. An jeder Tür in Weissach klingeln die Sammler, kündigen die Christbaumsammelaktion an, weisen darauf hin, dass es höchste Zeit ist, die abgeschmückten Tannen und Fichten vor das Haus zu legen, sollen sie noch mitgenommen werden.

Zum Helfen ist keiner zu klein: Die Jungscharbuben Manuel und Felix im Einsatz.
(Foto: factum)
"Meist freundliche" Reaktionen
Eine Mannschaft bilden Benjamin, 14 Jahre alt, und der sechsjährige Micha. Der ältere der beiden ist erfahrener Christbaumsammler. In der Hand hat er einen Ortsplan, leuchtend gelb sind die Abschnitte markiert, für die die beiden zuständig sind: Hölderlin-, Bismarck- und Mörikestraße. An jeder Tür fragen Benjamin und Micha, ob der Baum schon draußen ist und bitten um eine Spende. Die die öffnen, sind "meistens freundlich", weiß Benjamin zu berichten. "Zwischen fünf und 20 Euro geben die Leute", erklären die Jungen. Sie selbst freuen sich über die Süßigkeiten, die es an mancher Haustür zusätzlich für die beiden fleißigen Helfer gibt. Ulrich Morlok erläutert, dass die Einnahmen für den guten Zweck bestimmt sind. Die Hälfte der Spenden soll ins äthiopische Adwa fließen und dort die Arbeit eines Waisenhauses unterstützen. Morlok selbst war vor einiger Zeit dort, hat beim Bau eines neuen Gebäudes geholfen und ein Freizeitprogramm für die Kinder auf die Beine gestellt.
Die andere Hälfte der Erlöse bleibt in Weissach und soll bei der Renovierung des Gemeindehauses helfen, die derzeit in vollem Gange ist. Rund 2000 Euro kommen Jahr für Jahr zusammen. "Und die Aktion ist auch gut für den Zusammenhalt in der Jungschar", sagt der Leiter. Kurz nach dem Fußvolk machen sich dann auch die größeren Helfer aus der Jungenschaft auf den Weg. Sie sind motorisiert, insgesamt drei Traktoren hat der Weissacher CVJM im Einsatz. Die Fahrzeuge stellen wie gewohnt Landwirte unentgeltlich zur Verfügung. Gruppenleiter und die Helfer von der Jungenschaft, mit dicken Kleidern und Arbeitshandschuhen vor den Nadeln der Bäume geschützt, laden auf. Bald türmen sich auf den Ladeflächen der Anhänger die Bäume, von der kleinen, kaum mannshohen Fichte bis hin zu mächtigen Exemplaren, die in den vergangenen Wochen repräsentative Räumlichkeiten geschmückt haben.
500 Bäume, 3000 Euro Spenden
Das Ziel ist in jedem Fall der Häckselplatz, wo im Laufe des Vormittags der Berg der ausgedienten Bäume rasant in die Höhe wächst. Zur gleichen Zeit ist auch der CVJM in Weissach höchst aktiv. Hier sind es sogar vier Traktoren und ein Kleinlaster, die durch die Straßen rollen.
Hubert Körner ist nicht an Bord, sondern erfüllt seine Aufgabe auf dem Häckselplatz. Vor ihm ein großer Topf auf einer Gasflamme, in dem Körner, der sich auch als Hausmeister um das Flachter CVJM-Heim kümmert, ständig heißen Punsch bereitet und an die eintreffenden Helfer verteilt. "Natürlich alkoholfrei", sagt er. Wie viele Bäume hier heute landen, weiß auch Körner nicht genau. Er überlegt kurz, kalkuliert Fahrten und Ladekapazitäten und kommt dann auf eine Zahl jenseits der 500.
Wichtiger ist ein anderes Ergebnis: Rund 3000 Euro kommen bei der Christbaumaktion zusammen, in diesem Jahr wollen die Flachter ein Kinderheim in Indien unterstützen. Das beste Revier für die Christbaumsammler ist der Ettlesberg, tut Helfer Benedikt kund. "Da wohnen die ganz reichen Leute, die geben am meisten", hat der Neunjährige glasklar erkannt.
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