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Weissacher am Limes – mit Paulus und den Römern

Am 2.August fielen in Lorch (bei Schw. Gmünd) 31 Weissacher Jungschärler ein und eroberten den Platz rund um das ev. Waldheim. Die Jungscharleiter hatten als Späh- und Pioniertrupp bereits den Platz auskundschaftet und wichtige Bauten wie die kleine Zeltstadt und die Zelthöhle errichtet.
So konnten die Jungs sofort ihre Schlafstätten belegen und waren bereit, sich von den gelehrten Römern in die gesellschaftlichen Gepflogenheiten in der Zeltstadt einweisen zu lassen.
Danach übernahmen die Veteranen der römischen Armee und die Jungs wurden zu kräftigen, schnellen und geschickten Legionären ausgebildet. Diese kräftezehrende Ausbildung wurde mit einem klassischen italienischen Essen beendet, das die Römer auf ihren Eroberungszügen in Bologna entdeckt hatten. Die Lagerküche – bestehend aus den drei Küchenfeen Linda, Tamara und Imke – nutzte hier die erste Gelegenheit sich auszuzeichnen. Es sollte nicht das letzte Mal sein.


Die Jungs lassen es sich schmecken

Gestärkt und gestählt war dann auch abends die Schatzsuche kein Problem, auch wenn manche Gruppe mit der falschen Schatzkarte gestartet war. Am Ende wurde der Schatz durch vorsichtige Ausgrabungen heil geborgen und der Rückmarsch wurde angepackt.
Kurz vor dem Zeltplatz eine Überraschung: jüdische Reiter kamen des Weges! Und plötzlich erschien ein helles Licht und einer der Reiter, ein gewisser Saulus, musste blind weiter reiten. Was sollte das?
Am Lagerfeuer wurde diese Geschichte aufgeklärt: Saulus, Verfolger der Christen, wurde von Jesus angesprochen und auf den rechten Pfad gelenkt. Der Beginn eines neuen Lebens für Saulus – nun als Paulus – mit Jesus, mit vielen Abenteuern und Gefahren, aber auch Wundern und großen Taten. Den Jungschärlern diese Erlebnisse zu erzählen und mit ihnen daraus zu lernen, war das Ziel dieses Zeltlagers.
Nach einer ersten Nacht ging es damit auch schon weiter: Paulus heilte einen Gelähmten, wurde zum Gott erhoben, doch dann verleumdet und gesteinigt. Aber Gott hatte noch mehr mit ihm vor und rettete ihn vor dem Tod. So wie hier ging es Paulus oft und auch jeder andere Mensch kennt diese Situationen. Gerade noch himmelhoch jauchzend, nun zu Tode betrübt, weil das Leben aus Höhen und Tiefen besteht.


Blind unterwegs wie Saulus

Mittags ging es auf Missionsreise: die Jungschärler folgten ihrer Karte quer durch den Mittelmeerraum (Lorch) zu den verschiedenen Gemeinden, die Paulus besucht hatte und halfen dort beim Zeltbau, Angeln oder den Kranken. Abends wurde schließlich der Untergrundkampf zwischen Römern und Juden ausgetragen. Sowohl beim Schmuggeln als auch beim Verhaften waren schnelle Beine, gute Augen und die richtige Taktik gefragt. Richtig spannend wurde es als die Jungschärler den Fängen der Leiter entkommen mussten (aber nicht lange konnten …).
Am nächsten Tag ging es dann weiter mit Paulus auf Missionsreise und die fing gar nicht gut an: Paulus landete im Gefängnis! Doch ohne Groll lobten sie Gott und dieser ließ die Türen des Gefängnisses aufgehen! Paulus sagt „Seid dankbar in allen Dingen.“, und Gott tut Wunder wo wir verzweifelt sind. Darum brauchen wir nicht verzweifeln, sondern können Gott loben und preisen.
Das wurde während des Lagers auch immer wieder getan und besonders das Lagerlied sagte ganz deutlich: Worauf du dich verlassen kannst, mit dem du wirklich rechnen kannst, ist Gott, er bleibt für uns! Mit dem du dich verändern kannst, mit dem du sicher leben kannst, ist Gott, er bleibt für uns!
Am Nachmittag ließen es alle dann beim Basteln und Spielen etwas ruhiger angehen, denn der nächste Härtetest stand an: wie Paulus früher wollte man zu Fuß auf die Reise gehen.

Orientierungslos?

Wie weit kann ein Mensch an einem Tag laufen? Paulus war früher viel zu Fuß unterwegs und ist Tausende von Kilometern – zugegebenermaßen in einigen Jahren – auf seinen Reisen unterwegs gewesen. Die Tour für die Jungschärler war überschaubarer: irgendwie mit dem GPS-Gerät die Wegpunkte finden, die bis zum nächsten Vormittag ins Schwimmbad führen sollten. Entfernungen wusste keiner, aber die Zuversicht in die eigenen Füße schien groß. Und die Teilstrecken, die das GPS immer nach Lösung eines Rätsels anzeigten, waren überschaubar. So marschierten alle tapfer los. Allerdings ließ die erste schwere Prüfung nicht lange auf sich warten: gefühlte tausend Höhenmeter mit sicher mehreren tausend Stufen (nur an den steilsten Stellen) mussten überwunden werden. Da aber alle paar Meter ein neues Wasserrad die Aufmerksamkeit auf sich zog, war dieser Aufstieg äußerst kurzweilig. Den Älteren entgingen auf Grund ihrer Route leider die Wasserräder. Der Rest konnte aber über die Mechanik der Wassermühlen philosophieren und den Abstieg auf der anderen Seite genießen. Viele Kilometer, ein paar Skater-Zombies und Waldpflegemaßnahmen später wurde mit zumindest bei den Jüngsten bester Laune der Schlafplatz – eine Wiese – gefunden. Leider hatte auch nach dem Abendessen unser Transportfahrzeug den Platz noch nicht gefunden und man musste noch eine Weile warten. Das Transportfahrzeug hatte mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, wovon die Orientierung nur eines war. Hinzu kamen mörderische Schotterwege mit alpinen Steigungen und die allseits bekannten Rostfresserkäfer, die ausgerechnet an diesem Tag den Auspuff des roten Blitzes erbeuten wollten. Aber dieser Diebstahlversuch wurde bemerkt, der Auspuff geborgen und schlussendlich auch die Schlafplätze gefunden, so dass der Nacht unter Sternenhimmel nichts mehr im Wege stand.


Langsam kriechen sie aus ihren Schlafsäcken

Nach erholsamer Nacht und kräftigem Frühstück wurde dann die finale Etappe zur Dusche … äh zum Schwimmbad natürlich … in Angriff genommen. Hier hatten einige noch einmal schwer zu kämpfen, da vor allem die Jüngsten morgens die längste Strecke vor sich hatten. Im Freibad waren dann aber alle Qualen vergessen: große Rutsche, Sprungtürme, der Wasserkreisel und einige ABC-Lehrer sorgten für viel Spaß. Nach solch einem anstrengenden Tag war die Rückfahrt verdient. Dort begegnete den Zeltenden wieder einmal Paulus. Der hatte in Athen schwer zu kämpfen, den Athenern klarzumachen, dass sie glauben alle Götter zu kennen, aber dabei den wahren Gott übersehen.
Die Footballspieler im Abendkino haben sich diesen Gott von ihrem Trainer auch zeigen lassen. So wuchsen sie als Team zusammen und wurden sogar erfolgreich. „Gib mir alles was du kannst! Du schaffst das!“, waren eindrückliche Worte, aber auch wie ein Vater seinem Sohn erklären will, dass Gott aus ihm trotz seiner fehlenden Größe und Kraft einen wichtigen Spieler für das Team machen kann. Die meisten Jungschärler bekamen davon leider wenig mit, da sie schon beim Filmquiz fast eingeschlafen wären und danach der Ofen einfach aus war (das durfte er auch nach dem Tag!).
Dass Gott uns aber nicht nur zum Footballspieler macht, sondern jeder seine Fähigkeiten hat, war Thema des Briefes, den Paulus am nächsten Tag nach Korinth schrieb. Ihre unterschiedlichen Gaben konnten die Jungs mittags auch sofort einbringen und mit Kraft, Schnelligkeit, Geschick oder Verstand genug Geld für Baumaterial zu sammeln. Damit wurde das Aquädukt für die Zeltstadt gebaut. Zahlreiche eifrige Arbeiter, die Geld verdienten, geschickte Zimmermänner und Flaschner und die geschulten Vermesser ließen nach und nach einen Wasserweg entstehen, der am nächsten Tag dann auch fertig gestellt wurde.


Schaffe, schaffe, Aquädüktle baue!

Obelixe und verschiedene Reisen

Die Tagesarbeit (Aquäduktbau) war fürs Erste abgeschlossen, nun wurde es Zeit für ein leckeres Abendessen und zum Ende des Tages die Nachttauglichkeit der Jungschärler zu testen. Die Gallier (Idefix, Asterix, Obelix, Miraculix und Majestix) zogen mit jeweils einer Handvoll Jungschärlern zum Limes-Wachturm (bzw. dessen Resten) aus und mit strategischem Geschick, flinken Beinen und guten Augen im Dunkel des Waldes konnten z.B. die Idefixe von den Majestixen die wichtigen Silbermünzen erbeuten. Wer außerdem die Glühwürmchen erspähte und sammelte, konnte seinem Team beim abschließenden Wettkampf auf dem Platz weitere Vorteile verschaffen. Nach diesem Abend waren dann auch die meisten geschafft genug um sich in die Schlafsäcke zu werfen, während die Unermüdlichen noch eine Weile unerwünschte Besucher suchten. Vergeblich (an diesem Abend). Die waren schon zu Beginn der Woche da, hatten kurzzeitig einen Kerle und das Geschirr in ihrer Gewalt, konnten dann aber mit diplomatischem Geschick zur Herausgabe der Schlafmütze und dem Rest überzeugt werden. Das haben aber fast alle Jungs mal wieder verschlafen.
Tags drauf mussten wir mit ansehen wie Paulus mit einem schweren Sturm zu kämpfen hatte. Aber Gott war mit ihm, den Seeleuten und ist auch mit uns und alle auf dem Schiff, wie auch wir, brauchen nichts zu fürchten.


Gebannt wird die Reise des Paulus verfolgt

Eines gab es doch zu befürchten, denn Wasser und Jungschärler sollten noch zusammentreffen. Nicht im Meer, aber bei der Fertigstellung des Aquädukts. Nach dem einen oder anderen zu tiefen Blick in den Wasserbehälter musste dann leider einer der Jungs noch eine Volldusche nehmen. Er nahm es mit Humor. Und bei strahlendem Sonnenschein waren die Kleider wie Gemüter schnell getrocknet und ein wenig sportlicher Wettstreit konnte angegangen werden. Beim Fuß- und Baseball, Intercrosse und Hockey zeigten die Jungs auch am vorletzten Tag noch volle Energie.


Des Deutschen liebster Ball. Nur gegen die Leiter wollte niemand kicken …

Beim Römerabend waren dann ebenfalls Energie, aber auch viele andere Fähigkeiten gefordert. Im sportlichen Bereich haben die Mitarbeiter den Jungs noch klar die Perspektiven aufgezeigt („Ihr schmeißt au mal so weit wie der Max“), bei ‚Rom’s next Topmodel‘ waren dann aber die Laufstegqualitäten von Steffi einfach nicht ausreichend. Und Holger, äh der dicke Obelix, hatte es irgendwie auch arg auf die Jungs abgesehen, die vorher sein Ziehen der Handbremse locker mit der Bestzeit beantworteten. Drum hatte niemand Angst vorm dicken Obelix. Erst als er Verstärkung dazu gewonnen hatte, gab es die ersten Zusammenstöße, so dass mancher mit einem dicken blauen Fleck heimkam.
Heim: das hieß es am Samstag. Das bedeutete nicht nur die längere Autofahrt, sondern auch die Rückreise in den Alltag. Dass da nicht immer alles einfach ist, hat uns noch einmal Paulus gezeigt. Aber auch, dass Gott gerade dann, wenn wir am schwächsten sind, mit uns Großes vollbringen kann. Und dass unser Weg mit Paulus und mit Jesus nicht nach dem Lager vorbei sein muss. Denn schon ein wenig Jesus-Cola kann unser Alltags-Fanta zu einem Mix machen, der auch unsere Mitmenschen viel von ihm sehen lässt. Damit es daran nicht fehlt, starten nach den Ferien natürlich auch wieder die Jungscharstunden, wo es wieder viel von Jesus, Paulus und Gott im Hier und Jetzt zu hören geben wird.
Dankbar für traumhaftes Wetter, dass alle das Lager gesund beenden durften, für Versorgung mit mehr als genug gutem Essen und guter Laune, für Zeit und Raum Gott zu erleben und mit ihm Schritte zu tun, freuen wir uns auf die Jungscharstunden und ein hoffentlich noch besseres Lager im nächsten Jahr.

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